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Tag des Buches

10 Mai

Heute ist der Tag des Buches.

Ein Gedenktag.
Heute vor 86 Jahren, am 10. Mai 1933, haben Nazis und deren Sympathisanten und Mitläufer Bücher von jüdischen, liberalen und sozialistischen Autor*innen in einer »Aktion wider den undeutschen Geist« verbrannt. 1933!

Manche sagen: Ein Feiertag … Herrjeh, schon wieder Alkohol!
Zum Glück hat die Weiler auch ein Buch und kann also mitreden.
Und das Buch geht so:
A erklärt B die C-Situation. A positioniert sich und die eigene Meinung, B hört zu und lässt sich über A als Ganzes und die gesamte C-Situation aufklären. So weit, so gut. Nun kommt aber D ins Spiel und wirft durch eigene Haltung und Meinung A und die gesamte C-Situation komplett über den Haufen. Weil: Nur Ds Meinung und Haltung sind richtig und wichtig! Behauptet jedenfalls D.
And now you have the salad:
B geht weg, wegen geistiger Überforderung und weil alle nur noch brüllen.
Kann sein, eine*r heult.
Die C-Situation kann man nämlich auch noch ganz, ganz anders sehen als beschrieben.
A und D bekämpfen sich und ihre Positionen und Anhänger bis aufs Blut.
Dann kommen noch E und F dazu und vertreten … sich selbst!
Eine Lösung? Nicht in Sicht. Ist das nötig? Ist das Zivilisation?

So oder so ähnlich geht es seit dem guten Buch »Beißreflexe« zu (bestimmt auch schon vorher, nur nicht so penetrant laut und hoffentlich ohne Gewalt- und Morddrohungen!). Inhaltlich knüpft »Freiheit ist keine Metapher« ein bisschen an, und ist gleichzeitig unabhängig davon entstanden. Die Autor*innen greifen Positionen zu Sein & Leben außerhalb der Mehrheitsgesellschaft auf, um sich zu erklären, den Bezug zur Wirklichkeit (wieder)herzustellen und im besten Fall Lösungen anzubieten, statt alles nur noch schlimmer zu machen. Es geht um Begrifflichkeiten, Definitionen, Selbstbeschreibungen, die Beschreibungen anderer über sich und andere und darüber, was geht und was nicht und warum. Es ist viel. Aber wichtig, weil die ganze (Selbst-)Definitionsdebatte vom Hölzchen aufs Stöckchen geklettert ist und der friedliche Überblick fehlt: Wer meint was wie und warum fühlt sich jemand anders dadurch angegriffen – wobei diese Beschreibung noch zu kurz greift. Das Buch ist anstrengend, nervig und unbedingt lesenswert.

Und wem das jetzt zu ernst war:

Maren Kroymann sagt in einem Interview im NDR, sie guckt gerne Wurst an.* (Wurst als Lebensmittel!)
Wenn doch alles so einfach wäre …
Und in eigener Sache:
In diesem Year gibt es zwei »Freitag, der 13.«, aber erst im September und Dezember. Vorfreude auf die kleine feine Reihe Grusel & Kreisch!

Bücher:
Freiheit ist keine Metapher – Anitsemititsmus, Migration, Rassismus, Religionskritik
Herausgeber Vojin Saša Vukadinović
489 Seiten
Querverlag GmbH, Berlin 2018

Beißreflexe – Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten, Sprechverboten
Herausgeberin Patsy L’Amour LaLove
269 Seiten
Querverlag GmbH, Berlin 2017

Quelle Tag des Buches:
http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/268884/ns-buecherverbrennung

* Michel Abdollahi trifft Maren Kroymann in Käpt`ns Dinner im NDR auf youtube oder in der ARD-Mediathek

10. Mai 2019

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