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30 Jul

TEST

Untenrum ↓ ist Testversuch! Farben auch.

Damit Sie Bescheid wissen.

(Haben wir schon gesagt, dass wir Werbung lieben?!)

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Die Regentin zittert!

16 Jul

Und das ist vermutlich kein Anfall von Frost.

Unangenehmes Zittern, warum auch immer, ist nicht schön und wir wünschen ernsthaft schnelle Aufklärung, gute Besserung und nichts Schlimmes!

Offen gesprochen wurde es aber langsam Zeit, dass sie eine Regung (kommt ja von Regierung) zeigt – bei den Typen, mit denen sie manchmal (oft!) zu tun hat: den ganzen lästigen Untertanen, Menschen an sich, Philipp Amthor, Martin Schulz (SPD, hupt auch schon wieder ungefragt in der Gegend herum), der Stechmückenplage 2019, Donald T. aus den US of A. und so, Kinder, Sachsen, Sebastian Vettel verliert auch dauernd. Und da sind die Schlimmsten noch gar nicht aufgelistet: die FDP.
Außerdem ist sie j-e-d-e-n verdammten Tag im Dienst und hat fast immer eine Kamera im Gesicht. Da ist das doch kein Wunder. Keiner will das.

Manchmal schüttelt’s einen halt.

Was raus muss, muss raus und da kann man schon mal im entspannten Modus und vor gut aussehenden Männern in Uniformen anfangen zu zittern. Mit Musik und in der Sonne. Vielleicht hatte sie auch anschließend Feierabend und noch nichts vor. Vielleicht eine posttraumatische Stressreaktion wegen Horst S. aus M., der ja schon ein paar mal zurücktreten wollte und immer noch da ist … Jeder versteht das. Wenn man dauerhaft insgesamt ein Gefühl wie Klaus Kinski hat, dann muss das raus, damit Schlimmeres verhindert wird. Am besten schon vor der Entstehung! Wer weiß, wie sie zu einem späteren Zeitpunkt reagiert hätte, ohne vorher zu zittern?!
Jedenfalls, da wollte offenbar etwas heraus. Nicht nur raus aus der Haut, sondern ganz raus aus’m ganzen Bundeskörper. Wo ist man, wenn man aus der Haut ist? Und wie und wann kommt man wieder rein?

Oder jemand oder etwas ganz anderes steckt dahinter:

Dieser Rezo-Typ und komische Jugendliche mit Klima.

Game of Thrones ist zu Ende und kommt NIE wieder.

Robert Pattinson ist der neue Batman. (Da reicht dann auch kein Zittern mehr.)

Sie hat keine Rammstein-Konzertkarten mehr bekommen.

Ozzy Osbourne ist auch noch nicht wieder fit (Gute Besserung!). Erst hatte er Lungenentzündung und dann ist er HINGEFALLEN – und hat alle Konzerte für dieses Year abgesagt. Vielleicht macht sie sich Sorgen? Wobei der Gedanke, welche Gemeinsamkeiten Frau Merkel und Herr Osbourne eventuell haben, ein herausfordernder ist.

Eine Schwarze Frau, Halle Bailey, soll in »Arielle, die Meerjungfrau« die hellhäutige Meerjungfrau spielen. Klar, dass das nicht geht.

50 Jahre Mondlandung. Wer weiß denn schon wirklich darüber Bescheid? Vielleicht hat die Regentin geheime Informationen erhalten, die so eine Reaktion heraufbeschwören?! Oder was mit Marsianern! Das Bernsteinzimmer ist ja auch noch irgendwo (vermutlich auch in der Schweiz und dass die nichts rausrücken, weiß jedes Baby – aber das gehört jetzt nicht hierhin).

Vermutlich ist es aber viel naheliegender:

Sie denkt über ihre »Anschlussverwendung« (benutzte Bezeichnung von Philipp Rösler, Ex-FDP-Chef-Ex-Vizekanzler, zur Zukunft der entlassenen Schlecker-Angestellten) nach, weil sie ja bald vermutlich keine Bundeskanzlerin mehr sein wird. Bundeskanzler auch nicht! Und gleichzeitig festgestellt hat, dass unter ihrer Regentschaft die Nazis in den Bundestag gewählt wurden. Und in diesem Jahr Waffen für viel, viel Geld in die Türkei verkauft wurden.
Aber es wird hier schon wieder zu ernst und dann geht die Genesung flöten.

Die Lösung ist einfach:
Vielleicht, sie ist ja keine dumme Frau, hat sie geahnt, dass die deutschen Sozen wieder mal die volle Punktzahl in »Alltag und Ekstase«* anstreben, indem sie Frau von der Leyen als Kommissionspräsidentin der EU nicht wählen wollen (Abstimmung heute Abend, 18 Uhr). Da kann man schon mal das Zittern kriegen. Sogar eine Regentin, die ein bisschen Ahnung von Fußball hat: Vor Irren ist niemand gefeit.

Kann natürlich auch sein, dass sie drogenabhängig ist und auf Entzug. Oder sie ist an gepanschtes Zeug geraten. Oder sie wollte einfach schnell nach Hause und mit dem Gatten Serien auf Netflix gucken.
Muss ja nicht immer »Drama, Baby, Drama!« sein im Leben und mit der Gesundheit. In jedem Fall gute Besserung!

* »Alltag und Ekstase« ist geklaut und nicht selbst ausgedacht! Es handelt sich hierbei um den Titel eines Theaterstücks der Dramatikerin Rebekka Kricheldorf.

16. Juli 2019

50 Jahre Stonewall-Aufstand – PRIDE 2019

28 Jun

Happy PRIDE, liebe Welt,

in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 haben die Besucher*innen der Bar Stonewall Inn in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village sich ausdauernd verbal und körperlich gewehrt:
gegen wiederholte ungerechtfertigte Polizeirazzien, Schikane, Gewalt, Beleidigungen.
Die Besucher*innen waren zum Beispiel homosexuelle und transsexuelle Menschen, die an einem geschützten Ort, der Bar, unter sich, mit Freunden und vor allem friedlich ein Getränk zu sich nehmen wollten – genau so, wie es in Millionen anderer Kneipen Millionen andere Menschen taten.
Diese Nacht im Stonewall Inn markierte einen Wendepunkt:
nicht-heterosexuelle Menschen wollten sich nicht mehr stillschweigend fertigmachen lassen, nur weil sie nicht ins Förmchen der sogenannten Gesellschaft passen. Stonewall war ein Aufstand – für das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, Sichtbarkeit, Gleichberechtigung, Lebensfreude.

Und Frieden & Liebe.

Seither wird jährlich in New York Ende Juni durch den Christopher Street Day (CSD) an die Helden*innen vom Stonewall Inn gedacht. Heute zum 50. Mal. In Deutschland ging es später los: 1972 mit der ersten Demonstration in Münster, seit 1978 in Berlin.

50 Jahre Aufstand, 50 Jahre Protest, 50 Jahre Angst, 50 Jahre Zusammenhalt & Renitenz, 50 Jahre mit Erfolgen, 50 Jahre mit Toten und Verletzten, 50 Jahre Aufstehen – weil wenn du liegen bleibst, kannst du es gleich sein lassen mit dem Leben und der Liebe.

Homosexuelle Menschen sind seit 1990 offiziell nicht mehr krank, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Und dürfen seit 2017 auch in Deutschland heiraten, wenn und wen sie wollen. Die transsexuellen Menschen fangen jetzt erst an mit ihrem Kampf, so scheint es, denn sie haben es ungleich schwerer, weil sie noch unsichtbarer waren – und oft noch sind – als die homosexuellen. (Verkürzt wiedergegeben.)

PRIDE bedeutet Stolz. Stolz zu sein auf sich, stolz zu sein darauf, wer man ist und wie man fühlt. Man kann ein toller Mensch sein, obwohl man nicht heterosexuell ist!

Vom Gefühl her passt jedoch ein trauriges HAPPY HALLOWEEN besser zu diesem Jubiläum.

Warum ist das so?

Weil – und hier nur einige Ereignisse aus dem schönen Pridemonat Juni 2019:

  • sich mittlerweile fast täglich nicht mehr nur verbale, sondern auch körperliche Übergriffe auf nicht-heterosexuelle Menschen ereignen, zum Beispiel in Berlin, London und Liverpool, in der Öffentlichkeit und auch am Tag,
  • die sogenannten Religionen immer noch und verlässlich allen Menschen das Leben zur Hölle machen, die nicht in ihr Weltbild passen – aktuell ein Baptistenprediger in den USA, der betet, dass »alle Homos sterben« sollen,
  • intersexuelle Babys auch im Jahr 2019 noch operiert werden dürfen, um sie für ein eindeutiges Geschlecht passend zu machen,
  • die Nazis im Deutschen Bundestag sitzen und in Europa insgesamt stärker werden,
  • immer noch über ein Verbot von Konversionstherapien debattiert wird.

Das ist jetzt alles nicht wirklich überraschend. Aber alles wird immer schlimmer. Es ist 2019 auf der ganzen Welt.

Wo ist die Aufklärung hin?

Stören wir durch bloße Anwesenheit?

Wie kann man das ändern? Lässt sich eine solche Haltung überhaupt ändern?

Hört das jemals auf?!

Es ist gruselig, das alles aufzuschreiben und sich bewusst zu werden, dass es jede*n treffen kann.

Alle müssen dafür kämpfen, dass sich irgendwann niemand mehr darüber aufregt, dass Menschen Menschen lieben.

Abschließend eine sportliche Aufgabe für die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft an diesem Feiertag:

Verbergen Sie für einen Tag, dass Sie heterosexuelle Menschen sind. Das heißt zum Beispiel: nicht Händchen halten oder küssen in der Öffentlichkeit, nicht über Ihre (Ehe-)Männer oder (Ehe-)Frauen sprechen, nicht heterosexuell kleiden, vorsichtig sein beim gemeinsamen Essen gehen oder beim Kinobesuch, nicht laut sein oder anderweitig auffällig benehmen, verschiedene Wege nach Hause überlegen, falls man mal schnell rennen muss, am besten unsichtbar werden. Karneval und das ganze Rumjebütze würden natürlich auch ausfallen. Aber vergessen Sie niemals: Heterosexualität ist keine Schande. Viel Vergnügen!
Wie fühlen Sie sich?

Gegen Homophobie, Transphobie, Sexismus & den ganzen andern Scheiß.
Für die Freiheit. Für die Liebe. Für das Leben.
Stonewall was a Riot.

HAPPY PRIDE 2019!

28. Juni 2019

Blut! Weltweit! Hey, Freitag, der 14.!

14 Jun

Heidewitzka, Herr Kapitän!

Eigentlich wollten wir uns lossagen vom Nachdenken über den »Tag der/des …« oder »Montag bis Freitag«, aber da heute nicht nur Freitag ist – leider kein 13. –, sondern auch noch

»TAG DES BLUTSPENDENS-WIE-GROßARTIG-WAS-IST-DA-LOS-BEGEISTERUNG-ALLERORTEN!!!!!! !!!!1!!!«,

müssen wir etwas kundtun.

Heute, am Freitag, dem 14. Juni, ist Weltblutspendetag. Nicht nur am ganzen Körper, nein: Ü-ber-all! Ob das wohl alle wissen?

Ist damit Freitag, der 14., der neue Freitag, der 13.? NEIHEN.

Am 14. Juni 1868 wurde Herr Karl Landsteiner in Österreich geboren. Anschließend fand er heraus, dass es verschiedene Blutgruppen gibt und stellte sie der Welt vor. Zack! Das war im Jahr 1901. Und dann haben – immerhin schon im Jahr 2004 – die Weltgesundheitsorganisation und andere internationale Organisationen gedacht: Blut! Feiertag! Alkoholausschank!
Jedenfalls so ähnlich.
Ein internationaler Tag musste her, damit die Menschen nicht vergessen, wie wichtig Blut ist: der Weltblutspendetag.
Das Motto lautet in diesem Jahr: »Safe Blood For All!« – »Sicheres Blut für alle«
Das sagen die Blutsauger von der Bank und Vampire schon seit immer. (Um wenigstens einen heiteren Gedanken an F13 zu haben.)

Hier brach in den ersten Entwurf eine kurze Pause herein, weil:
Es ist gerade Frauenfußball-WM. Die hat nichts mit Blut zu tun! Doch: Blutgrätsche. Blutgrätsche 4.0 ist offenbar die Aktion, bei der der Fuß der Gegenspielerin durch einen gezielten Tritt kaputtgehen soll. Das war früher nicht so und ist bestimmt ein Gefühl wie Freitag, der 13.
Und Menstruation. Theoretisch. Aber praktisch ist uns das zu billig (wobei die große Carolin Kebekus ein flottes Lied zu ebendieser gemacht hat).
Und: »Blut & Wasser schwitzen« – wo kommt die Wendung eigentlich her? Memo an den blutjungen, willigen Praktikanten zur Recherche!
Pause fertig.

Spontan fällt ein:
»Blood Makes Noise« von Suzanne Vega.
»The Blood That Moves The Body« (now covers the ground – Puh … lass‘ Feierabend machen) von A-HA und das sind beides Oldies, aber sehr gute.

Ohne Blut ist alles nichts, so viel steht mal fest.
Genau wie mit Wasser (Nestlé stinkt!) und Strom – aktuell gab es einen Stromausfall in Argentinien und Uruguay. Hoffentlich ist nix Schlimmeres passiert und wir drücken die Daumen, dass schnell wieder alles läuft! Mal unabhängig davon, dass im Jahr 2019 ein derart stromfreier Zustand schwer zu fassen ist.

Was wäre, wenn jeder Mensch zum Blutspenden ginge?
Hätte man überhaupt genug Lagerstatt?
Wäre der Bedarf gedeckt und allen geholfen?
Fragen über Fragen schon wieder.
Wo ist der Praktikant?

»Blut & Wasser schwitzen«:
kommt 1. aus dem Lukasevangelium: Bild für Angst oder Stress oder beides haben,
kann 2. eine Krankheit kennzeichnen: Hämhidrose, Blutschweiß, wenn die Gefäßwände zu schwach sind oder man sich so aufregt, dass nicht nur der Hut hochgeht, sondern auch noch alles platzt, was platzen kann und zusätzlich der Schweiß vom Blut tatsächlich rot wird.
Und 3. ist der Praktikant ein guter und wird deshalb nach Ende seiner entgeltfreien Knechtschaft für uns nicht hingerichtet, sondern nur ausgepeitscht, aber nur ein bisschen.
Ein guter F13-Moment am Freitag, dem 14.!

Tatsache ist, dass wer kein Blut mehr hat, auch kein Wasser und Strom mehr braucht. Und Fußball auch nicht. Es sind die Rohstoffe, Stupid!

So, und bevor es hier wieder zu ernst wird, schnell dem neuen Lieblings-Lieblingshobby gefrönt: Prospekte gucken! Bald gibt es in einem der großen und bekannten Supermärkte »Kartoffelspalten« zu kaufen. Hoffentlich fallen keine kleinen Kinder rein. Obwohl.

14. Juni 2019

Tage über Tage jeden Tag!!!

27 Mai

Tage über Tage, jeden Tag im Jahr, auch tagsüber!
War das früher auch schon so?
Nach dem Tag der Befreiung, des Buches und Montag bis Freitag ist heute

der Tag des Purzelbaums u-n-d der Tag der Sonnencreme.

Somit wäre das schon mal geklärt.
(Wer denkt sich so was aus???)

Purzelbaumgefühle waren eher gestern (Europawahl) und Sonnencreme ist immer wichtig in Zeiten des Klimas. Auch für Politikerinnen, Politiker und Menschen, die in der Politik sind.

A. Kramp-Karrenbauer – Schadenfreude ist doch die schönste Freunde – reagiert auf Klimaproteste und Kritik an ihrer Politik mit der MIMIMI-Antwort, die Union werde für alles und jeden verantwortlich gemacht – wahrscheinlich auch für die 7 Plagen.
Volltreffer:
Es waren nämlich 10 Plagen. Haben alle gesagt, auch die Bibel! Frau KK (CDU) hat sich vermutlich nur im Buchstaben vertan und meinte die 7 Blagen von Frau von der Leyen. Junge Menschen demonstrieren halt viel in diesen Tagen und – ehrlich gesagt – nerven auch ohne Demos oft und viel. Außer sie schlafen. Und sie stinken! Und 7 Blagen auf einmal sind einfach viele.
Vielleicht hat Frau KK auch bloß den Religionsunterricht (Erwachsenenfortbildung) geschwänzt und drei Plagen verpasst. Vielleicht hatte sie auch einfach keine Zeit, weil sie noch ein bisschen bibeltreue Lebenstheorien über Nicht-Heterosexuelle aufgestellt hat (und dabei bleibt). Inhaltlich anschließen kann sich Herr Meuthen (AfD). Er hatte auch MIMIMI wegen Klima, weil es das doch gar nicht gibt und weil alles nur Hysterie ist und nichts stimmt! Ist aber auch schwierig mit den Wählerstimmen, wenn die Parteikollegin empfiehlt, wegen der Erderwärmung mal mit der Sonne zu sprechen (Frau von Storch bei Tilo Jung in »Jung & Naiv«, youtube). Und neue Fremde zum Beschimpfen sind auch nicht gekommen. Also hatte er echt viel MIMIMI nach dieser Wahl. Vielleicht tritt er ja zurück deswegen … Hahaha, Witz.
Aber auch Österreich hat seine Tage, und zwar nicht zu knapp in diesen Tagen: nach FPÖ-Ibiza-Strache musste heute Herr Bundeskanzler Kurz (ÖVP) zurücktreten. Nach einem Misstrauensvotum nach gemeinen Machenschaften von FPÖ u-n-d Tadaaa: SPÖ! (Wie hieß das früher nochmal: »Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten!«). Aua. Schnell 12 Punkte hingeschickt (Eurovision Song Contest war auch, HAPPY NETHERLANDS!) und wieder angefangen zu beten … Aber Österreich ist ja Ausländer und somit hat das g-a-r n-i-c-h-t-s mit Deutschland zu tun und die solln mal schön sehen, wie sie fertig werden.

Grund zur Hoffnung & Rettung der deutschen Kultur an diesem Tag:

Heute, am Tag des Purzelbaums und der Sonnencreme, startet die kleine feine Anti-MIMIMI-Kapelle Rammstein ihre Welttournee.
Und erfreut kleine und große Trommelfelle der Liebe.
Tagelang!
Und das ist gut so.

27. Mai 2019

Tag des Buches

10 Mai

Heute ist der Tag des Buches.

Ein Gedenktag.
Heute vor 86 Jahren, am 10. Mai 1933, haben Nazis und deren Sympathisanten und Mitläufer Bücher von jüdischen, liberalen und sozialistischen Autor*innen in einer »Aktion wider den undeutschen Geist« verbrannt. 1933!

Manche sagen: Ein Feiertag … Herrjeh, schon wieder Alkohol!
Zum Glück hat die Weiler auch ein Buch und kann also mitreden.
Und das Buch geht so:
A erklärt B die C-Situation. A positioniert sich und die eigene Meinung, B hört zu und lässt sich über A als Ganzes und die gesamte C-Situation aufklären. So weit, so gut. Nun kommt aber D ins Spiel und wirft durch eigene Haltung und Meinung A und die gesamte C-Situation komplett über den Haufen. Weil: Nur Ds Meinung und Haltung sind richtig und wichtig! Behauptet jedenfalls D.
And now you have the salad:
B geht weg, wegen geistiger Überforderung und weil alle nur noch brüllen.
Kann sein, eine*r heult.
Die C-Situation kann man nämlich auch noch ganz, ganz anders sehen als beschrieben.
A und D bekämpfen sich und ihre Positionen und Anhänger bis aufs Blut.
Dann kommen noch E und F dazu und vertreten … sich selbst!
Eine Lösung? Nicht in Sicht. Ist das nötig? Ist das Zivilisation?

So oder so ähnlich geht es seit dem guten Buch »Beißreflexe« zu (bestimmt auch schon vorher, nur nicht so penetrant laut und hoffentlich ohne Gewalt- und Morddrohungen!). Inhaltlich knüpft »Freiheit ist keine Metapher« ein bisschen an, und ist gleichzeitig unabhängig davon entstanden. Die Autor*innen greifen Positionen zu Sein & Leben außerhalb der Mehrheitsgesellschaft auf, um sich zu erklären, den Bezug zur Wirklichkeit (wieder)herzustellen und im besten Fall Lösungen anzubieten, statt alles nur noch schlimmer zu machen. Es geht um Begrifflichkeiten, Definitionen, Selbstbeschreibungen, die Beschreibungen anderer über sich und andere und darüber, was geht und was nicht und warum. Es ist viel. Aber wichtig, weil die ganze (Selbst-)Definitionsdebatte vom Hölzchen aufs Stöckchen geklettert ist und der friedliche Überblick fehlt: Wer meint was wie und warum fühlt sich jemand anders dadurch angegriffen – wobei diese Beschreibung noch zu kurz greift. Das Buch ist anstrengend, nervig und unbedingt lesenswert.

Und wem das jetzt zu ernst war:

Maren Kroymann sagt in einem Interview im NDR, sie guckt gerne Wurst an.* (Wurst als Lebensmittel!)
Wenn doch alles so einfach wäre …
Und in eigener Sache:
In diesem Year gibt es zwei »Freitag, der 13.«, aber erst im September und Dezember. Vorfreude auf die kleine feine Reihe Grusel & Kreisch!

Bücher:
Freiheit ist keine Metapher – Anitsemititsmus, Migration, Rassismus, Religionskritik
Herausgeber Vojin Saša Vukadinović
489 Seiten
Querverlag GmbH, Berlin 2018

Beißreflexe – Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten, Sprechverboten
Herausgeberin Patsy L’Amour LaLove
269 Seiten
Querverlag GmbH, Berlin 2017

Quelle Tag des Buches:
http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/268884/ns-buecherverbrennung

* Michel Abdollahi trifft Maren Kroymann in Käpt`ns Dinner im NDR auf youtube oder in der ARD-Mediathek

10. Mai 2019

Tag der Befreiung oder: Immer der Laterne nach

8 Mai

Aufstehen! Tag der Befreiung!

Inhalt und zeitlicher Zusammenfall sind Zufall. Wir sind bloß aufgewacht.
Waren wir zwischenzeitlich schon mal kurz, haben Horst S. gesehen (wollte er nicht letztes Jahr in diesem Jahr zurücktreten im Frühjahr, oder wie?), der immer noch da ist und Sachen sagt – und sind gleich wieder in Tiefschlaf gefallen. Kurz zuvor haben wir noch ein Auge auf die neue Handspielregel in der Fußballbundesliga geworfen und sie versucht zu verstehen … naja … der prompte Tiefschlaf lag vielleicht auch daran … nämlich an Schock, Unverständnis und hoher Not … aber das kennen wir ja schon dank FPD (auch noch da) und so … vom Leben eben.

Straßenlaternen können sprechen, wenn man sie lässt. Von Wänden kennen wir das ja schon, zum Beispiel von der Berliner Mauer oder der Wand der Hinrichtung der Ceaușescus (es war nicht schön, dass sie das damals im TV gezeigt haben!) oder Wände im Wartehaus an einem Bahnhof auf dem Land im Grünen.
Dort befanden sich zwei mit schwarzem Filzstift hingekritzelte Hakenkreuze.
All ihren Mut zusammengefasst, hat die Weiler eines Morgens beschlossen, beide unkenntlich zu machen. Erst war der Plan der, mit einem schwarzen Filzstift einfach drüberzumalen oder sie unkenntlich zu machen, indem sie in ein Gesamtkunstwerk eingebunden würden. Dann kam zum Glück noch rechtzeitig der Gedanke, was, wenn die Weiler gerade mit dem Filzstift hantiert und jemand kommt und sieht: Oh, der junge Mann da malt mit ’nem schwarzen Filzstift Hakenkreuze anne Wand, Alarm, Ordnungshüter und Heidewitzka, Herr Kapitän! Echt jetze.
Deshalb hat die Weiler beschlossen, auf schwarze oder rote Stifte oder weiße Farbe zum Übermalen zu verzichten und statt dessen mit einem Spachtel die Kreuze abzukratzen. Schrot wäre auch noch eine Möglichkeit gewesen, aber die Flinte haben die Kinder mit inne Kita. Das größere der beiden Kreuze war schon vernichtet, als wir zur Tat schreiten wollten, das kleinere war noch da, aber nicht mehr lange und erwischt hat uns auch keiner! YÄH. Mal sehen, wie lange dieser Frieden dauert.

Freundlicher sind die Straßenlaternen am Straßenrand auf dem Weg von einem kleinen Ort in einen anderen kleinen Ort, der aber etwas größer ist als der erste kleine Ort: beklebt mit Antifa-Aufklebern. So soll es sein. Wir, die ganze Weiler, sind übrigens insgesamt, ausschließlich und am ganzen Körper für Frieden und Gewaltfreiheit in Handlung und Sprache! Einer der Aufkleber war halb abgerissen, darunter lungerte ein Hakenkreuz herum (schwarzer Filzstift). Zum Glück haben wir immer eine Runde Panini-Fußballbilder in der Tasche (eigentlich, um blutsverwandte Kinder zu bestechen – aber vielfältig einsetzbar).
Mit der Unterstützung von zwei Haselmäusen, die durchs Grüne toben, und einem toten Frosch, der so ordentlich platt gefahren wurde, dass sogar die Därme sauber aus dem Maul quollen, der arme, elegant den Aufkleber drauf aufs fiese Zeichen und der Frieden ist sicher. Und zwar mit einem Bild des Frauenfußballweltmeisterschaftspokals, denn vom 7. Juni bis 7. Juli ist Frauenfußball-WM in la France. Bestimmt ohne Handspielregelchaos, denn Frauen können das …
Auf dem Weg vom größeren kleinen Ort in den nächsten mittelgroßen Ort kleben vermehrt Anti-Merkel- und AfD-Aufkleber an den Laternen. Anti-Merkel war schon halb zerkratzt, und die anderen dann auch bald verschwunden …

Was sagen uns diese Laternen? »Die Gedanken sind frei« (zum Beispiel in der Version von Hoffmann von Fallersleben 1842). Zum Glück kann man nicht alle Gedanken sehen, jedenfalls noch nicht. Es ist alles Meinungsfreiheit, theoretisch. Praktisch gibt es noch den gesunden Menschenverstand und die Menschenrechte. Bald sind Europawahlen – plötzliche Müdigkeit schon wieder überall – und in Zeiten wie diesen muss, muss, muss und müssen man, frau, mensch und kinder, alle Tiere – und ok, auch die FDP – wach sein. Hakenkreuzen, Desinformationen, Trollen, Hacker-Russen und allen Unsicherheiten zum Trotz. Und wählen gehen!

Der Hoffnung zuliebe …

Die Weiler ist übrigens geimpft und wird nicht von Panini gesponsert.

8. Mai 2019